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Das Motivationstagebuch

optionen neuer weg - alter trottWie Sie Ihre Vorsätze in die Tat umsetzen

Alle Jahre wieder setzen wir uns Ziele, deren Erreichung wir uns im neuen Jahr fest vornehmen  – um dann doch immer wieder an den Klippen der Realität zu zerschellen. Denken Sie an eine Zeit zurück, in der Sie sich ein wichtiges Ziel gesetzt haben – abzunehmen, einen neuen Job zu bekommen, mit dem Rauchen aufzuhören oder sich auf ein entscheidendes Vorstellungsgespräch vorzubereiten. Welche Motivationstechniken haben Sie dabei verwendet?

Folgende Techniken sind Motivationsmythen, die Menschen daran hindern, Kontrolle über ihr Leben zu übernehmen:

1. …mich selbst dadurch zu motivieren, dass ich meine Aufmerksamkeit auf ein Vorbild konzentriere.
(Beim Vergleich mit einem Vorbild (z.B. Schauspieler, Unternehmer, Top-Model, Sportidol) sehen wir meist nicht so gut aus – was schnell demotivierend wirken kann.)

2. …an die negativen Aspekte zu denken, die geschehen werden, wenn ich mein Ziel nicht erreiche.
(Negative Gedanken erzeugen lediglich Frust und hemmen unsere Motivation.)

3. …nutzlose Gedanken zu unterdrücken (z.B. nicht ans Abnehmen zu denken).
(Wer sich vornimmt, nicht mehr ans Essen, Rauchen, Trinken oder Faulenzen zu denken, wird gerade von inneren Bildern geplagt, die in seinem Kopf auftauchen.)

4. …mich auf die Kraft des Willens zu verlassen.
(Wir überschätzen die Kraft unseres Willens fast immer – unsere Gewohnheiten sind so gut wie immer stärker als der Wille zur Veränderung.)

5. …darüber zu phantasieren, wie herrlich mein Leben sein wird, wenn ich mein Ziel erreicht habe.
(Dass sich Wünsche allein dadurch erreichen lassen, dass ich mir ihre Realisierung in bunten Farben ausmale, führt nur zur Tagträumerei und hält uns davon ab, die Dinge anzupacken und unser Leben wirklich zu verändern.)

Dagegen haben sich folgende Techniken bewährt, um unsere Ziele zu erreichen und Kontrolle über unser Leben zu gewinnen:

1. …einen schrittweisen Plan zu erstellen.
Menschen wandern nicht einfach umher, und stellen plötzlich fest, dass sie den Gipfel des Mount Everest erreicht haben. Teilen Sie Ihr Gesamtziel in messbare Unterziele auf, deren Realisierung Sie Schritt für Schritt angehen.

2. …anderen Personen von meinen Zielen zu erzählen.
Dies erhöht zwar die Angst vor dem Versagen. Zugleich erhöhen öffentliche Commitments den Druck, zu seinen Zielen zu stehen und diese auch zu realisieren (wie stehe ich vor meinem Umfeld da, wenn ich öffentlich verkünde, mit dem Rauchen aufzuhören, aber es dann doch nicht schaffe?) Außerdem erhalten  wir eher Unterstützung aus dem Umfeld.

3. …an die positiven Dinge zu denken, die geschehen werden, wenn ich mein Ziel erreiche.
Entwerfen Sie im Kopf keine perfekte Welt, sondern eine persönliche Checkliste, inwieweit sich IhrLeben verbessert, sobald Sie das das Ziel erreicht haben (z.B. Gewichtsabnahme: Gedanken an gutes Aussehen und Wohlbefinden mit kleinerer Kleidergröße). An einen möglichen Misserfolg zu denken wirkt dagegen entmutigend.

4. …mich auf die Fortschritte auf mein Ziel hin zu belohnen.
Gönnen Sie sich mit jedem erreichten Unterziel eine kleine Belohnung, die nicht im Widerspruch zum Hauptziel (z.B. keine Tafel Schokolade, wenn das Ziel „10 kg Abnehmen“ heißt. Jede so gewährte Belohnung ist ein Erfolgserlebnis, das die Motivation aufrecht erhält, weiter zum Gesamtziel hinzuarbeiten.

5. …meine Fortschritte aufzuzeichnen.
Der Akt des Schreibens erhöht die Erfolgschancen, seine Ziele zu erreichen, dramatisch. Was schwarz auf weiß in unserem Tagebuch, im PC, an der Pinnwand, in der Zielvereinbarung oder auf dem Kühlschrank steht, hat eine stark verpflichtende und motivierende Wirkung.

Das Motivationstagebuch

Der Sozialpsychologe Richard Wiseman hat ein Konzept entwickelt, welches auf diesen erfolgreichen Techniken basiert. Gehen Sie folgende 4 Schritte, um Ihre Ziele zu verwirklichen:

1. Was ist Ihr Hauptziel?
Mein Hauptziel ist,

2. Erstellen Sie einen schrittweisen Plan
Gliedern Sie Ihr Hauptziel in maximal fünf kleinere Schritte. Jeder Schritt sollte mit einem konkreten, messbaren, realistischen und zeitbezogenen Ziel verbunden sein. Denken Sie darüber nach, wie Sie jeden Schritt ausführen und welche Belohnung Sie sich dabei gönnen werden. Als Belohnung kommt alles in Frage, was Sie mögen und Ihrem Ziel nicht entgegensteht. Vervollständigen Sie für jedes der fünf Unterziele schriftlich die folgenden Aussagen.

Mein 1.Unterziel ist, …

Ich kann dieses Ziel erreichen, weil…

Um dieses Unterziel zu erreichen, werde ich…

Bis zu folgendem Datum werde ich es erreicht haben: …

Meine Belohnung dafür wird sein: …

Mein 2./3./4./5. Unterziel ist…

3. Welche Vorteile bietet das Erreichen Ihres Hauptziels?
Nennen Sie drei bedeutsame Vorteile, indem Sie sich darauf konzentrieren, wie sehr Ihr Leben für Sie und die Menschen in Ihrer Umgebung besser sein wird. Konzentrieren Sie sich auf die Vorteile, die mit Ihrer erwünschten Zukunft verbunden sind, anstatt den negativen Aspekten Ihrer gegenwärtigen Situation zu entfliehen.

Vorteil 1:

Vorteil 2:

Vorteil 3:

4. Treten Sie an die Öffentlichkeit
Wem werden Sie von Ihrem Ziel und den Unterzielen erzählen – Ihren Freunden, Ihrer Familie oder Kollegen?

Der Luzifer-Effekt

prison chainsDie CIA und die Macht der Situation

„Unsere Mitarbeiter sind integer und haben sich um die Sicherheit der USA verdient gemacht. Aber in einer begrenzten Zahl von Fällen sind Techniken genutzt worden, die nicht autorisiert waren, die abscheulich sind und die richtigerweise von allen abgelehnt worden sollten.“ So verteidigt CIA-Direktor John Brennan die „erweiterten“ Verhörmethoden der CIA im „Kampf gegen den Terror“ in einer Pressekonferenz vom 11.12.2014 vor der Öffentlichkeit.

Mit anderen Worten: Brennan will die Grausamkeiten, die ein Senatsbericht auf 6.700 Seiten mit 38.000 Fußnoten beschreibt, auf das Versagen einzelner fauler Äpfel zurückführen: „Bestimmte Mitarbeiter haben außerhalb ihrer Grenzen gehandelt. Wir sind der Sache nicht gerecht geworden, als es darum ging, einige Mitarbeiter für ihre Fehler in die Verantwortung zu nehmen.“

Die Taktik, das Versagen eines Systems auf die Unzulänglichkeit einzelner schwarzer Schafe zurückzuführen, begegnet uns auch beim Abu Ghraib-Folterskandal. Zur Erinnerung: Am 28. April 2004 zeigte der US-Sender CBS u.a. Bilder von nackten Häftlingen, die in einer Pyramide aufeinanderlagen, während US-Soldaten dahinter Siegerposen einnahmen. General Richard B. Myers verkündete kurz danach in einem Fernsehinterview, dass diese Taten das isolierte Werk einer Handvoll „bösartiger, vereinzelter Soldaten“ („rogue soldiers“) seien, während 99,9 % der US-Soldaten in Übersee vorbildliche Arbeit leisteten. Es gäbe keinerlei Hinweise, dass diese „Misshandlungen“ (der Begriff „Folter“ wird in solchen Statements gerne vermieden) systemisch bedingt seien. Aber: Wie konnte Myers wissen, dass die Taten der „Abu Ghraib 7“ ein isolierter Vorgang waren, noch bevor er eine gründliche Untersuchung der Vorgänge im Irak, in Afghanistan und auf Kuba durchgeführt hatte?

Solche Behauptungen erinnern an Pressekonferenzen der Polizei, wenn polizeiliche Misshandlungen von Verdächtigen aufgedeckt werden: auch diese seien die Taten von wenigen faulen Äpfeln bzw. bösen Cops. Die Tendenz, bestimmte Ereignisse auf die Persönlichkeit einzelner Beteiligter und nicht auf die Umstände zurückzuführen, ist typisch für die Wächter des jeweiligen Systems und wird in der Psychologie als „fundamentaler Attributionsfehler“ bezeichnet.

Aber sind es wirklich nur die böswilligen Taten von psychisch gestörten Einzeltätern? Eine Antwort gibt uns das berühmte Stanford Prison Experiment des Sozialpsychologen Philip Zimbardo. 18 Stanford-Studenten, die zuvor auf ihre geistige Gesundheit hin überprüft wurden und somit „gesunde Äpfel“ waren, wurden per Zufallsprinzip in Wärter und Gefangene eingeteilt. Innerhalb von wenigen Tagen wurden aus den Wärtern „faule Äpfel“, die ihre Häftlinge so sehr misshandelten und demütigten, dass das Experiment nach sechs Tagen abgebrochen werden musste.

Der „Luzifer-Effekt“ beschreibt die Macht der Situation, in der Kräfte tätig werden, wenn normale soziale und moralische Hemmungen wegfallen und aus Durchschnittspersonen Folterknechte werden. Im Abu Ghraib-Gefängnis wurden Wärter, deren Erfahrungen auf die Bewachung weniger ziviler Häftlinge in einem Gefängnis mittlerer Sicherheitsstufe in einer Kleinstadt im ländlichen Virginia beruhten, mit folgender Situation konfrontiert:

ständige Angriffe durch Scharfschützen und Granaten, durch die regelmäßig Soldaten und Gefangene getötet wurden, ein fehlendes Abwassersystem, Dreck und Unordnung, regelmäßige Stromausfälle, schwere Regenfälle und Stürme bei Temperaturen von z.T. über 45 Grad, eingepferchte Gefangene, die jede Gelegenheit nutzen, um die Wärter zu beleidigen oder mit selbstgemachten oder eingeschmuggelten Waffen anzugreifen, Häftlingsrevolten, 12-Stunden-Schichten an sieben Tagen pro Woche bis zu 40 Tagen am Stück, ungenießbares und zu knappes Essen, Langeweile, unklare Verantwortlichkeiten und Vorgaben von unmittelbaren Vorgesetzten („Strengt eure Phantasie an. Brecht sie. Wir wollen sie gebrochen sehen, wenn wir wiederkommen.“) sowie hochrangigen Befehlshabern wie z.B. Generalleutnant Ricardo Sanchez, Befehlshaber der US-Truppen im Irak, „die Samthandschuhe auszuziehen“ und die Häftlinge „etwas härter anzupacken“, um ihnen „actionable intelligence“ abzupressen.

In diesem Klima der Angst fanden die – moralisch verwerflichen und nicht zu entschuldigenden – Misshandlungen statt. Die Parallelen zum Gefangenenexperiment und den Folterexzessen der CIA werden deutlich. So wurde „9/11“-Mastermind Khaled Scheich Mohammed mindestens 183 Mal dem berüchtigten Waterboarding unterzogen. Zu den „erweiterten Verhörtechniken“ gehörten auch Schläge, tagelanger Schlafentzug, das Stoßen gegen die Wand, Entblößung, Eiswasserbäder und medizinisch unsinnige Einläufe.

Angeklagt gehört hier v.a. das System. Im aktuellen Fall repräsentiert durch die CIA und die politisch Verantwortlichen, die dieses System damals legitimierten und es auch heute noch rechtfertigen: Dick Cheney und George W. Bush.

aus: Diabolische Rhetorik

Das Ultimatumsspiel

darlehenGeld oder Fairneß – Sind wir rationale Wesen?

Stellen Sie sich vor, Sie nehmen gemeinsam mit einer anderen Versuchsperson an einem Experiment teil. Der andere Teilnehmer erhält 100 €, die er untereinander aufteilen soll. Wenn Sie die Aufteilung akzeptieren, erhalten beide Spieler ihren Betrag. Wenn Sie die Aufteilung hingegen verweigern, gehen beide Seiten leer aus und bekommen gar nichts.

Laut mikroökonomischer Theorie mit dem homo oeconomicus müsste der Geber den geringstmöglichen Betrag anbieten, um seinen Gewinn zu maximieren. Und Sie müssten, wenn Sie ein ausschließlich rational handelnder Mensch sind, mit jedem angebotenen Betrag einverstanden sein, da ihr Gewinn dadurch steigt. So viel zur Theorie. Ab welchem Betrag würden Sie den Handel scheitern lassen – 49, 40, 30, 20 oder erst bei 10 €?

Das „Ultimatums-Spiel“ stammt aus der Spieltheorie und wurde weltweit in Hunderten von Experimenten gespielt. Ergebnisse:  weiterlesen

Lügen in der Politik

press conferenceWie Sie Lügner entlarven

Die Lüge ist die Schirmherrin der unfairen Rhetorik. Denn: Eine Lüge, die nicht entlarvt wird, wandelt sich in Wahrheit um. Das wissen auch Politiker. Falls sie ertappt werden: Was soll’s!

Ein Rücktritt erfolgt nur in ganz seltenen und gravierenden Fällen (Beispiele: Karl-Theodor zu Guttenberg, Christian Wulff). Schließlich ist die Lüge nichts Anderes als ein taktisches Abweichen von der erkannten Wahrheit.

Die Liste der 10 Top-Lügen aus der Politik: weiterlesen

Das Unsicherheits-Prinzip

Chaos concept.Wie Jugendliche zu IS-Kämpfern werden

Die Jugendlichen, die sich dem „Islamistischen Staat“ anschließen, kommen aus allen Schichten. Was sie allesamt teilen: sie haben keinen bestimmten Persönlichkeitstyp, sondern empfinden in ihrem Leben Frust, Ausgegrenztheit und Minderwertigkeit, unabhängig, ob berechtigt oder nicht. Zudem sind sie nicht in der Lage,  ihr Leben selbstständig in die Hand zu nehmen. weiterlesen